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Oktober 2015/ #11

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Inhalt


AK ROHSTOFFE NEWSLETTER # 11

Liebe Leser/innen,
Herzlich Willkommen zum 11. Newsletter des AK Rohstoffe. 5 Jahre ist es nun fast her, als die deutsche Bundesregierung ihre Rohstoffstrategie präsentierte. Im November wird es im Rahmen einer Internationalen Rohstoffkonferenz der Bundesregierung in Berlin sicherlich die Möglichkeit geben, diese kritisch unter menschenrechtlichen und ökologischen Gesichtspunkten zu überprüfen. Schon vorher, vom 19. bis 27. Oktober präsentieren Organisationen des AK Rohstoffe die 2. Alternative Rohstoffwoche mit vielen Veranstaltungen im Bundesgebiet. Darunter wird am 19.10. in Berlin eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Konfliktmineralien und Lieferkettenverantwortung sein. Zu diesem Thema hat der AK Rohstoffe noch im Juli ein Positionspapier veröffentlicht, dass Sie online finden können (Link zum Papier). Zudem haben wir eine kurze Bitte an Sie: Zusammen mit unserem europäischen und deutschen Netzwerk haben wir eine Petition für verbindliche Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette bei Konfliktrohstoffen an Minister Gabriel gestartet. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Diese mit unterstützen würden. Die Petition ist unter folgendem Link zu finden.

Am 21. Oktober wird es in Berlin auch eine Konferenz zum Thema „Mehr Transparenz – Mehr Wert?!“ geben, die sich ausführlich mit dem Mehrwert des deutschen EITI-Prozesses beschäftigt. Die Extractive Industries Transparency Initiative wurde vor über einem Jahrzehnt von der Zivilgesellschaft mit begründet und hat sich seitdem entwickelt. Seit November 2014 ist auch der AK Rohstoffe über das Forum Umwelt & Entwicklung in den Prozess eingebunden. Cathrin Klenck (Forum Umwelt & Entwicklung) hat mit uns im Schwerpunktartikel die Bedeutung von Transparenz in den Zahlungsströmen und den Mehrwert für Deutschland ausgearbeitet (s.u.).

Wir hoffen, dass Sie / Ihr durch diesen Newsletter weitere neue Erkenntnisse erlangen könnt und wir freuen uns in Zukunft wie immer auf Hinweise zu Terminen, Publikationen oder Artikeln. 

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Reckordt
(Koordination AK Rohstoffe)

Fokus auf: Die deutsche Umsetzung der Initiative für mehr Transparenz im Rohstoffsektor

Transparenz ist kein Selbstzweck
Die Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) zielt darauf ab, die Transparenz der Zahlungsströme im Rohstoffsektor zu erhöhen. Ursprünglich für rohstoffreiche Länder im globalen Süden konzipiert, wird EITI zunehmend von Industriestaaten umgesetzt. Auch in Deutschland laufen die Vorbereitungen zur EITI-Kandidatur. Worauf kommt es bei der deutschen EITI-Umsetzung an und warum sollte sie nicht isoliert betrachtet werden?

Viele Entwicklungsländer verfügen über große Rohstoffvorkommen. Es gelingt jedoch nur den wenigsten, den Rohstoffreichtum für Entwicklungsimpulse zu nutzen. Im Gegenteil, die Ausbeutung von Rohstoffen geht häufig mit Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und Umweltzerstörung einher. Undurchsichtige Deals zwischen Unternehmen und politisch Verantwortlichen, Korruption und Bestechung tragen dazu bei, dass hohe Kapitalsummen aus den Förderländern abfließen und Zahlungen versickern, statt der Bevölkerung zugute zu kommen. So leben drei Viertel der armen Bevölkerung weltweit in rohstoffreichen Entwicklungsländern. Der Großteil dieser Länder ist durch eine hohe soziale Ungleichheit geprägt.

„Publish what you pay (PWYP)“ – unter diesem Motto schlossen sich im Jahr 2002 zivilgesellschaftliche Organisationen zusammen, um sich gemeinsam für Transparenz im Rohstoffsektor stark zu machen. Konkret forderten sie von Rohstoffunternehmen, ihre mit der Rohstoffförderung verknüpften Zahlungen an die jeweilige Gastregierung zu veröffentlichen. Der Name ist also Programm: „PWYP – Veröffentlicht, was Ihr zahlt“. Vorausgegangen waren in den 1990er Jahren Studien, in denen NGOs Ausmaß und Konsequenzen von Korruption und Bestechung bei der Förderung von Bodenschätzen in rohstoffreichen Entwicklungsländern aufzeigten. Spätestens damit wurde klar: Transparenz der Zahlungsströme ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um Korruption und Bestechung im Rohstoffsektor einzudämmen. Sie ist eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass die lokale Bevölkerung und Zivilgesellschaft von ihren Regierungen Rechenschaft über die Verwendung der Einnahmen aus der Rohstoffgewinnung einfordern können.

EITI - Initiative für mehr Transparenz im Rohstoffsektor

Nachdem NGOs das Thema erfolgreich auf die politische Agenda gesetzt hatten, wurde das Prinzip der transparenten Zahlungsströme ab 2003 mit Gründung der Extractive Industries Transparency Initiative (EITI) in die Breite getragen. Kernstück der freiwilligen Initiative ist eine Art „doppelte Buchführung“: In einem Land, das der EITI beitritt, legen Öl-, Gas- und Bergbauunternehmen ihre mit der Rohstoffförderung verknüpften, wesentlichen Zahlungen an staatliche Stellen offen, zum Beispiel Gewinnsteuern, Förderabgaben oder Lizenzgebühren. Staatliche Stellen veröffentlichen wiederum ihre Einnahmen aus dem Rohstoffsektor. Die Zahlungen der Unternehmen und die Einnahmen der Regierung werden miteinander abgeglichen, von unabhängiger Stelle überprüft und jährlich veröffentlicht. Neben dem Zahlungsabgleich enthalten die EITI-Berichte Informationen über den Rohstoffsektor der Länder. So werden etwa der Rechtsrahmen, die Produktionsdaten oder die Lizenzvergabe erläutert. Diese Kontextinformationen sollen die EITI-Berichte verständlicher und für die Bevölkerung nutzbar machen. Seit 2013 empfiehlt der weiterentwickelte Standard der Initiative außerdem, dass die EITI-Länder zusätzlich zu den Zahlungsströmen auch Rohstoffverträge und die Eigentümerstrukturen von Rohstoffunternehmen offen legen. Gesteuert wird die Initiative sowohl auf internationaler Ebene als auch in den EITI-Umsetzungsländern durch Multi-Stakeholder-Gruppen, in denen Regierung, Industrie und Zivilgesellschaft vertreten sind. Mittlerweile setzen knapp 50 Länder die Regeln der EITI um oder bereiten sich darauf vor.

EITI in Deutschland – Bundesregierung für mehr Transparenz im Rohstoffsektor?

Die Bundesregierung unterstützt EITI seit Gründung der Initiative politisch, finanziell und im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Nun hat sie beschlossen, EITI auch selbst umzusetzen. Was ist ihre Motivation? EITI zielt auf transparente Zahlungsströme bei der Rohstoffgewinnung im Land. Doch Deutschland ist ein rohstoffarmes Land, der Gesamtwert aller in Deutschland gewonnenen Rohstoffe trägt nur ein halbes Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Außerdem ist die Bundesregierung bislang nicht als Vorreiterin in Sachen Transparenz im Rohstoffsektor aufgetreten. Im Gegenteil: Als auf EU-Ebene im Jahr 2013 verpflichtende Transparenzregeln für Rohstoffunternehmen beschlossen wurden, gehörte Deutschland – damals noch unter einer Regierung von CDU/CSU und FDP – zu den größten Bremsern. Auch bei aktuellen Verhandlungen über eine neue EU-Verordnung, die Transparenz und Sorgfaltspflichten bei der Nutzung von Konfliktmineralien in der industriellen Lieferkette verankern soll, bewegt sich die Bundesregierung äußerst zögerlich. Und so geriet der Entschluss zur deutschen EITI-Kandidatur zunächst ebenfalls zaghaft. Kanzlerin Merkel konnte sich auf dem G8-Gipfel 2013 lediglich zur Ankündigung einer EITI-Umsetzung auf Probe in einer Pilotregion Deutschlands durchringen, während Großbritannien, die USA, Frankreich und Italien sich zu einer Voll-Umsetzung verpflichteten. Seit Juli 2014 ist diese nun aber auch in Deutschland beschlossene Sache. Die Bundesregierung will die Kandidatur bei der EITI noch in diesem Jahr einreichen. Die Vorbereitungen dafür laufen. Im März 2015 hat eine Multi-Stakeholder-Gruppe die Arbeit aufgenommen. Die VertreterInnen von Regierung, Industrie und Zivilgesellschaft haben sich in einem ersten Schritt auf Ziele für die deutsche EITI (D-EITI) geeinigt und handeln nun aus, welche Rohstoffe und welche Zahlungsströme im ersten D-EITI-Bericht im Jahr 2017 offengelegt werden.

Warum braucht es D-EITI?

Die Zahlungsströme von Bergbau-, Öl- und Gas-Unternehmen müssen in den nächsten Jahren in allen europäischen Mitgliedsstaaten offengelegt werden. Das geben die verpflichtenden EU-Transparenzregeln von 2013 vor, die Deutschland verhindern wollte – ein großer Erfolg für das PWYP-Netzwerk, das für solche verbindlichen Regelungen kämpfte. Und eine Niederlage für die deutsche Industrie, die vergeblich versuchte, eine verpflichtende Regulierung gegen die freiwillige Initiative EITI auszuspielen. Nun setzt Deutschland also beides um. Warum braucht es aus zivilgesellschaftlicher Perspektive überhaupt noch EITI in Deutschland, wenn das Ziel verbindlicher Offenlegungspflichten doch erreicht wurde und die Rohstoffgewinnung in Deutschland keine große Rolle spielt?

Zivilgesellschaft sitzt mit am Tisch

Die Erfahrungen mit der deutschen Rohstoffpolitik der letzten zehn Jahre zeigen: Die Zivilgesellschaft ist außen vor und wird, wenn überhaupt, nur punktuell eingebunden. Über ganz andere Zugänge verfügt die Industrie: Ein interministerieller Ausschuss (IMA) der Bundesregierung verhandelt unter Federführung des Wirtschaftsministeriums regelmäßig und ressortübergreifend rohstoffpolitische Themen – unter Beteiligung der Industrieverbände. Zivilgesellschaftlichen VertreterInnen bleibt der Zutritt hingegen verwehrt. Zwar konnte sich die Zivilgesellschaft einige Türen zur rohstoffpolitischen Diskussion einen Spalt öffnen, die Einbindung in die Rohstoffpolitik ist aber weiterhin mangelhaft. Vor diesem Hintergrund ist D-EITI eine Errungenschaft, denn hier sitzen Regierung, Industrie und Zivilgesellschaft gemeinsam und gleichberechtigt am Tisch. Die Zivilgesellschaft kann D-EITI nutzen, um eine andere, global zukunftsfähige Rohstoffpolitik einzufordern.

Beitrag zu einem globalen Transparenzstandard

Gesetzliche Offenlegungspflichten für Rohstoffunternehmen gibt es bislang neben der EU nur in einer Handvoll Länder, EITI wird bislang von etwa 50 Staaten umgesetzt. Die EITI-Umsetzung von Großbritannien, Frankreich, den USA und Deutschland erhöht den Druck auf andere Industrie-, aber auch auf Entwicklungs- und Schwellenländer, die Initiative umzusetzen beziehungsweise selbst Transparenzverpflichtungen einzuführen. Die Initiative kann also zur Schaffung eines globalen Transparenzstandards beitragen. Außerdem zeigt die Erfahrung der letzten Jahre: EITI entwickelt sich weiter. Deutschland kann und sollte eine Rolle spielen, diese Entwicklung mitzugestalten. Denn die Vorgaben und Empfehlungen von EITI bieten, wie das Beispiel Philippinen zeigt (siehe Kasten), einen klaren Mehrwert für die lokale Bevölkerung, um Regierungen und Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen.

[Kasten-Anfang] Bantay Kita und EITI in den Philippinen

Seit 2013 sind die Philippinen EITI-Beitrittskandidat und der erste Bericht liegt vor. Das zivilgesellschaftliche Netzwerk Bantay Kita konnte im EITI-Prozess durchsetzen, dass alle Rohstoffverträge zwischen Unternehmen und Staat offengelegt werden müssen. So finden sich im EITI-Bericht unter anderem die Vereinbarungen mit den Indigenen Gemeinschaften (inklusive einer freien, vorherigen und informierten Zustimmung). Darüber hinaus müssen Unternehmen ihren Wasserverbrauch und die Anzahl gefällter Bäume angeben. Bantay Kita strebt an, auch die Eigentümerstrukturen und Unternehmensverflechtungen offen zu legen, da politische und ökonomische Macht im Land oft zusammenfallen. Spannend ist der Ansatz, künftig auch Handelswege und -mengen transparent zu gestalten. Diskutiert wird unter anderem eine Berichtspflicht über die Menge des Erzes, Zielort und -unternehmen sowie Preise. Das würde Transparenz in der Lieferkette unterstützen. Durch EITI ist die philippinische Zivilgesellschaft in der Lage, auch Einblicke in Fonds, etwa zur Sanierung der Abbaugebiete, zu erlangen, um auch hier Korruption und Veruntreuung aufzudecken.Weitere Informationen: bantaykita.ph/ und ph-eiti.org// Michael Reckordt [Kasten-Ende]

D-EITI in breite Rohstoffdiskussion einbetten

Klar ist: Für die Zivilgesellschaft macht eine deutsche EITI-Umsetzung nur Sinn, wenn sie über die Anforderungen der EU-Richtlinien hinausgeht. Die Subventionierung für fossile Rohstoffe, die die Energiewende untergräbt, oder die Umweltauswirkungen des Rohstoffabbaus in Deutschland sind Themen, die D-EITI nicht ignorieren kann. So machte die EITI-Vorstandsvorsitzende Clare Short bei der Auftaktveranstaltung von D-EITI im November 2014 deutlich, dass Debatten zu Fracking oder zur Energiewende EITI glaubhafter und stärker machen. Für deutsche NGOs ist bei der Einbindung der Zivilgesellschaft aber auch Vorsicht geboten. Die deutsche Industrie kämpft in den letzten Jahren mit einer Legitimitätskrise von Abbauprojekten. Die Beispiele Fracking oder Kohleabbau in Deutschland zeigen, dass das Abbaggern von ganzen Dörfern oder das Verpressen toxischer Stoffen in die Erde nicht ohne großen öffentlichen Widerstand durchführbar sind. Daher versucht die Industrie durch „Akzeptanz, Nachhaltigkeit und Transparenz“ gegenzusteuern. Die Transparenzdiskussion darf deshalb nicht von entscheidenden Fragen ablenken: Bis wann kann Deutschland 100 Prozent des Bedarfs mit erneuerbaren Energien decken? Oder anders gefragt: Ab wann lassen wir Gas, Öl und Kohle im Boden?

Deutschlands internationale Verantwortung nicht aus dem Blick verlieren

Auch darf die EITI-Umsetzung in Deutschland, die auf die inländische Rohstoffgewinnung abzielt, nicht von der Verantwortung für die weltweiten Auswirkungen unseres Rohstoffverbrauchs ablenken. Deutschland ist von Rohstoffimporten abhängig, bei den primären Metallrohstoffen zu fast 100 Prozent. Unser Rohstoffverbrauch liegt weit über dem global gerechten Anteil. Der Rohstoffabbau trägt in vielen Ländern nach wie vor dazu bei, dass Menschen in den Abbauregionen ihre Lebensgrundlage verlieren, durch Wasser-, Land- und Luftverschmutzung krank werden oder Gewalt durch Militär, Polizei oder private Sicherheitsdienste erfahren. Deshalb müssen sich Transparenz und Verantwortung auf die gesamte Lieferkette erstrecken. Unternehmen müssen sicherstellen, dass Rohstoffe, die in Produkten „Made in Germany“ verarbeitet werden, nicht unter Menschenrechtsverletzungen gewonnen werden. Das erfordert verbindliche Standards, verbunden mit Haftungs- und Entschädigungsmöglichkeiten für Täter und Betroffene.Natürlich kann D-EITI nicht auf all diese Herausforderungen Antworten geben. Wichtig ist aber, dass die Initiative nicht entkoppelt von der internationalen, gesellschaftlichen und breiten rohstoffpolitischen Diskussion umgesetzt wird. Denn Transparenz ist kein Selbstzweck und sollte nicht isoliert betrachtet werden. Für die Zivilgesellschaft ist klar: D-EITI kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Initiative einen Mehrwert zum Status Quo erzielt, etwa gegenüber den verpflichtenden EU-Transparenzregeln. Sollte dies nicht gelingen, droht dem Prozess die Bedeutungslosigkeit. All dies spricht für eine mutige, innovative und ambitionierte Umsetzung von EITI in Deutschland.

Cathrin Klenck arbeitet beim Forum Umwelt und Entwicklung und vertritt den AK Rohstoffe, einen bundesweiten Zusammenschluss von Entwicklungs-, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen, im deutschen EITI-Prozess. Michael Reckordt arbeitet bei PowerShift e.V. als Koordinator des AK Rohstoffe.

Der Artikel erschien erstmalig im RUNDBRIEF lll/2015 des Forum Umwelt & Entwicklung.

zum Weiterlesen

ONE: Stellungnahme zu den Auswirkungen des „Entwurfes eines Gesetzes zur Umsetzung der Transparenzrichtlinie- Änderungsrichtlinie“ auf die Transparenz im Rohstoffsektor

ÖFSE: Gläserner Bergbau? Transparenzinitiativen im extraktiven Sektor

Internationales EITI- Sekretariat: Der EITI- Standard

D- EITI: Dialog und Transparenz im Rohstoffsektor. Auftakt zur Umsetzung der EITI in Deutschland

Philippine Extractive Industries Transparency Initiative: Annual Activity Report

PWYP: What lies ahead for Azerbaijan and EITI?„The situation for civil society activists in Azerbaijan has gone from bad to worse over the last couple of years, despite the country being part of two prestigious transparency initiatives, the EITI and OGP.“

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Nachrichten:

Spezial: EU- Regulierung zu Konfliktmineralien

Stop Mad Mining- Kampagne: Petition „Keine Rohstoffe, die Konflikte finanzieren“

Konfliktrohstoffe: Bundesregierung darf Menschenrechte nicht Wirtschaftsinteressen opfern (Pressemitteilung 30.09.2015, PowerShift et al.)
Die Christliche Initiative Romero, Germanwatch, das Ökumenische Netz Zentralafrika und PowerShift drängen darauf, dass die Bundesregierung sich dem Vorschlag des Europäischen Parlaments anschließt. Damit würde sie einem Rohstoffhandel, der gravierende Menschenrechtsverletzungen und Bürgerkriege finanziert, einen Riegel vorschieben.

ICTSD: Responsible natural resources trade through supply chain due diligence
„According to the framework, downstream and upstream companies are expected to establish strong company management systems; identify and assess risks in the supply chain; design and implement a strategy to respond to the identified risks; and publicly report on their supply chain policies and practices.“

Enough Project!: Over 140 Mines in Congo are Now Officially Conflict-Free: the Latest List
„Over the past three years, teams of business persons, government officials, and civil society members have been traveling to mines in eastern Democratic Republic of Congo to assess whether or not the mines are conflict-free. Funded by USAID and the German government's Federal Institute for Geosciences and Natural Resources (BGR), the teams are led by the International Organization for Migration (IOM) and include representatives from Congolese civil society, the Congolese government, business, and the United Nations.”

Taz: Handel mit Konfliktrohstoffen. Handys können tödlich sein
„Firmen sollen angeben, ob ihre Produkte Rohstoffe aus Konfliktgebieten enthalten. Das fordern Grüne und Linke und setzen die SPD unter Druck. „Ich hoffe, dass sich die SPD geschlossen für verbindliche Sorgfaltspflichten für Unternehmen ausspricht und das endlich in Regierungspolitik umsetzt“, sagt der Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz (Grüne) der taz.“

Deutscher Bundestag: Handel mit Konfliktmineralien; Antwort auf kleine Anfrage
„Von der Eindämmung der Konfliktfinanzierung verspricht sich die Bundesregierung einen positiven Beitrag zur Stabilisierung dieser Gebiete, zur Verbesserung der Menschenrechtssituation, der ökologischen Bedingungen und damit auch zu deren sozioökonomischen Entwicklung", schreibt die Regierung.“

Spiegel: Rohstoffe aus Krisenregionen: Koalition streitet über Blut-Mineralien
„SPD-Mann Barthel hofft noch auf ein Umdenken des Koalitionspartners - und setzt dabei auf Entwicklungshilfeminister Gerd Müller. Der CSU-Mann schmücke sich schließlich gerne mit Vorzeigeprojekten wie der Rohstoffzertifizierung. "Jetzt muss er sich da halt mal in den eigenen Reihen durchsetzen."“

Tagesschau: Konfliktrohstoffe spalten die Koalition- Das Gold der Warlords
„Pfeiffer schreibt: "Neben dem massiven Bürokratieaufwuchs wäre die Folge der Wegfall von Importen aus bestimmten Regionen, was die wirtschaftliche und soziale Lage der dortigen Bevölkerung nochmals verschlechtert."“

Die Linke: Fluchtursachen bekämpfen: Handel mit Konfliktrohstoffen wirksam unterbinden
„“Menschen flüchten aus vielen Konfliktgebieten, darunter im Gebiet der Großen Seen in der Demokratischen Republik Kongo, vor Mord und Vergewaltigung. Die Warlords finanzieren ihre Waffen durch den Verkauf von Rohstoffen, die am Ende der Lieferkette in unseren Smartphones und Fernsehern landen.“ (MdEP Helmut Scholz)“

BDI: EU-Parlament verschärft Vorschlag der Kommission (Seite 10)
„So soll die Regulierung für Rohstoffe aus allen »Konfliktregionen« weltweit gelten und ist nicht, wie der Dodd- Frank Act 1502, auf die Demokratische Republik Kongo begrenzt. Auch die Einführung von Sanktionen bei Verstößen gegen die Sorgfaltspflicht stellt eine wesentliche Verschärfung dar. Der Vorschlag des Parlaments berücksichtigt dabei nicht die negativen Auswirkungen, die der DFA auf die Förderregionen selbst hat.“

WVM: Konfliktrohstoffe: EU-Entscheidung nicht sinnvoll für Recycling und Nachhaltigkeit
„Ein weiterer Kritikpunkt der Nichteisen-Metallwirtschaft ist die völlig unbestimmte Definition der Konflikt- und Hochrisikogebiete. „Die EU will keine Länderliste erstellen – damit müssen die Rohstoffimporteure selbst recherchieren, welche Gebiete unter diese Definition fallen könnten. Damit sollen Unternehmen im Grundsatz politische Entscheidungen treffen – das ist inakzeptabel“, meint Erdle.“

BGR: Empfehlungen zum Umgang mit „Konfliktrohstoffen“ für kleine und mittlere Unternehmen
„Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) nehmen eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung von Sorgfaltspflichten im Umgang mit sogenannten Konfliktrohstoffen (Zinn, Tantal, Wolfram, Gold) ein. Die Firmen, die weltweit das Gros der Arbeitsplätze stellen, stehen bei der praktischen Umsetzung internationaler Leitlinien und Gesetze aber häufig vor großen Herausforderungen. Deshalb benötigen sie bei der Etablierung verantwortungsvoller Lieferketten für mineralische Rohstoffe weitreichende Unterstützung und Förderung, um die bestehenden Management- und Berichtspflichten umzusetzen.“

Continental: Konfliktmineralien-Erklärung, Juni 2015
„Es ist unsere etablierte Praxis, nicht wissentlich Rohstoffe zu kaufen, die Konfliktmineralien enthalten, die direkt oder indirekt der Finanzierung bewaffneter Gruppen in den betroffenen Staaten dienen oder diesen zugutekommen.“

Enterprise Europe Network Bayern: Fokus auf Konfliktmineralien und Lieferkette
„Rana-Plaza das eingestürzte Gebäude mit Textilfabriken in Bangladesh lenkte – zumindest für kurze Zeit – die Aufmerksamkeit auf das Thema Lieferkette. Woher stammen eigentlich unsere Produkte und unter welchen Bedingungen werden sie gefördert und hergestellt? Nicht nur aufgrund rechtlicher Vorgaben, wie sie nun von der EU geplant sind, sondern ganz allgemein wird das Thema Lieferkette im Rahmen der Unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung/Corporate Social Responsibility (CSR) immer wichtiger.“

Markt und Mittelstand: Dodd-Frank Act überfordert Mitteständler (sic!)
„Derzeit bestehen noch viele Unklarheiten im Hinblick auf die gesetzlichen Vorgaben. Es mangelt an Transparenz in der vorgelagerten Lieferkette. Die Recherche von Informationen über die Herkunft der Metalle oder die Identität der Hüttenwerke erfordert einen großen Aufwand.“

Global Witness: Conflict Minerals Law Remains on the Books despite Damaging Decision
„Global Witness fundamentally disagrees with a decision reached today by the United States Court of Appeals for the District of Columbia Circuit that misinterprets the First Amendment in order to grant corporations a constitutional right to conceal information about whether minerals in their supply chains may have funded conflict. Today’s court decision applies only to the requirement to describe companies’ products as “not been found to be DRC conflict free” and leaves the rest of the regulations intact. “

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Deutsche Rohstoffpolitik

Welt: Entwicklungsminister Gerd Müller greift Apple an
"Die Unternehmen müssen existenzsichernde Löhne und ökologische Mindeststandards garantieren – das gilt für alle global agierenden Unternehmen, wenn sie für ihre Produkte Rohstoffe aus den Entwicklungsländern brauchen und auch dort produzieren lassen", forderte der CSU-Politiker. […] Man könne nicht nur Ressourcen in den Entwicklungsländern ausbeuten, sondern man müsse vor Ort faire Arbeitsstrukturen schaffen und für die Produkte und die geleistete Arbeit einen fairen Preis bezahlen. "Hier müssen wir auch die multinationalen Konzerne zu mehr Transparenz verpflichten", verdeutlichte Müller.

Deutschlandradio Kultur: Deutsche Firmen in Entwicklungsländern Menschenrechte als PR-Thema
„Nur jedes zweite Unternehmen positioniert sich überhaupt zu Menschenrechtsfragen. Und wer sich positioniert, ist häufig inkonsequent. Denn viele Firmen nehmen ihre Zulieferer aus den Entwicklungsländern nicht in die Verantwortung.“

Deutsche Welle: Die Erde ächzt vor Überlastung
„Im Jahr 2000 war es am 1. Oktober so weit, 2015 sind die jährlichen Ressourcen der Erde für die Menschen schon am 13. August verbraucht. Mit einer Aktion unter dem Motto "Leer! Die nächste bitte" wollen Anhänger von INKOTA, Germanwatch, BUNDjugend, Naturschutzjugend, FairBindung, PowerShift, der Christlichen Initiative Romero und der Kampagne "Stop Mad Mining" vor dem Kanzleramt in Berlin den übermäßigen Ressourcenverbrauch Deutschlands anprangern und die Bundesregierung auffordern, sich für eine zukunftsfähige und gerechte Ressourcenpolitik einzusetzen. "Unsere Wirtschaftsweise ist weder ökologisch nachhaltig noch global gerecht", erklärt Julia Otten, Referentin bei Germanwatch.“

BDI: Field-Mission Ruanda- Konfliktrohstoffe im Fokus
„Ziel des BDI war es, ein eigenes Bild vor Ort von den Bedingungen im Bergbau sowie der Umsetzung und den Auswirkungen verschiedener Initiativen bzw. Regulierungen zum verantwortungsvollen Rohstoffbezug in den Herkunftsländern gewinnen. […] Ruanda will landesweit hohe Standards und Transparenz im Bergbau sicherstellen und kann hier bereits beachtliche Fortschritte vorweisen. Nach Auffassung des BDI könnte Ruanda perspektivisch eine Vorbildrolle in Ost- und Zentralafrika für Good Governance im Rohstoffsektor einnehmen.“

Center for Ocean Solutions: Protecting the deep sea- a call for balancing mining and ecosystem protection.
„Thousands of feet below the ocean’s surface lies a hidden world of undiscovered species and unique seabed habitats—as well as a vast untapped store of natural resources including valuable metals and rare-earth minerals. Technology and infrastructure development worldwide is dramatically increasing demand for these resources, which are key components in everything from cars and modern buildings to computers and smartphones. This demand has catalyzed interest in mining huge areas of the deep-sea floor. “

Frankfurter Rundschau: Knappe Rohstoffe durch E-Autos
„Kritisch könnte sich ein Elektroauto-Boom auf verschiedene Rohstoffe auswirken, Knappheiten zeichnen sich ab etwa für das Metall Lithium, das für die Batterien gebraucht wird, und für einige Seltene Erden, die in besonders leichten und effizienten Permanentmagneten für Elektromotoren eingesetzt werden. Die Nachfrage nach Lithium erreiche eine „kritische Dimension“.“

Golem.de: Geplante Obsoleszenz- Umweltbundesamt will Mindestbetriebsdauer für Elektrogeräte
„Das Umweltbundesamt arbeitet an Vorschlägen für eine Mindestbetriebsdauer-Kennzeichnung für Elektrogeräte, die sich gegen die gewollte Obsoleszenz richten.“ Wir sehen, dass Verbraucher zu wenig Informationen zur Produktlebensdauer haben", sagte Ines Oehme, die im Umweltbundesamt für Ökodesign und Umweltkennzeichnung zuständig ist.“

Greenpeace- Magazin: Aus Alt mach Neu
„Ab 2016 können alte Elektrogeräte kostenlos beim Händler abgeben werden, wie nun der Bundesrat entschied. Weltweit ist die jährliche Menge an Elektroschrott letztes Jahr auf 41,8 Millionen Tonnen gestiegen. Eine neue Richtlinie der Europäischen Union soll den Schrotthaufen in der EU durch Wiederverwendung und Recycling reduzieren. Bis zum 14. Februar letzten Jahres hätte die Richtlinie in allen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden sollen. Nach Polen und Slowenien verklagte die EU am 28. Mai diesen Jahres auch Deutschland zu einer täglichen Geldstrafe von rund 210.000 Euro bis zur geforderten Implementierung der Richtlinie im Bundesgesetz.“

Germany Trade & Invest: Lateinamerikas Bergbau muss sich neu aufstellen
„Der Bergbau bringt den Staatskassen und ausländischen Investoren in Lateinamerika immer noch hohe Gewinne. Allerdings rutschten die Weltmarktpreise in den letzten Jahren in den Keller, was die Investitionen drückt. Manche Produzenten versuchen die Kosten aber durch bessere Technik zu senken und sind dabei auch an Technik aus Deutschland interessiert.“

jib-collective.net: Die Umweltauswirkungen des Abbaus tiefliegender Uran- Reserven in der Mongolei
„Es ist etwas faul in Dornogobi. Die Nomaden der mongolischen Wüstenprovinz klagen über mysteriöse Krankheiten in ihren Viehbeständen, über verseuchtes Wasser und giftigen Staub. Ein Atomkonzern, der in der Gegend den Uranabbau probt, möchte damit nichts zu tun haben.“

PWYP: Who is paying the price? The impact of low commodity prices on citizens in Mongolia
„With almost 90 percent of the Mongolian exports being mineral products, such as copper and coal, the ongoing fall in commodity prices on international markets has dealt a severe blow to the country’s economy. Adding to the matter, Mongolia’s currency has been devalued by almost 20 percent over the past 12 months. This has led Mongolia to seek economic growth through legal reforms and especially using its most precious capital –natural resources- as a coping mechanism to fight the current economic crisis. Creating the right legal environment to promote economic growth makes logical sense but who is paying the price of such investor- friendly reforms? “

Taz: Umstrittene Kupfermine „Tía María“. Ihr protestiert, wir bauen
„Der Ausnahmezustand gilt seit dem 22. Mai und wurde für sechzig Tage verhängt, um die gewaltsamen Proteste gegen den Bau der Kupfermine Tía María zu beenden. Dabei waren im Mai vier Menschen getötet worden; daraufhin hatte der Bergbaukonzern Southern Copper die Bauarbeiten zur Installation des Bergwerks eingestellt – als ersten Schritt zur Deeskalation der Situation in der Agrarregion.“

Peru Support Group: 'We are not neutral': National Human Rights Coordinator releases its Annual Report
„Perhaps the most challenging issue identified in the report concern rights abuses and the criminalisation of protest in the context of often violent social conflict connected to the extractive and energy sector. “

Handelsblatt: Umstrittenes Minenprojekt. Peru: Polizisten erschießen drei Demonstranten
„Mehrere Hundert Menschen protestieren auf dem Gelände eines chinesischen Bergbaukonzerns. Das Förderprojekt in der Mine Las Bambas ist bei Anwohnern umstritten. Bei Gewaltausschreitungen werden drei Menschen getötet.“

Neues Deutschland: Der Strukturwandel ist notwendig
„Linksfraktion im Bundestag lud zum Fachgespräch über Folgen des Braunkohleausstiegs. Der Ausstieg aus der Braunkohle ist unausweichlich. Wie kann er aber gestaltet werden, damit die Folgen für die Beschäftigten und Regionen abgefedert werden?“

Tagesspiegel: Die Spur der Kohle Fotostrecke von Andy Troppa.

Taz: Deutschland und der Yasuní-Nationalpark- Finanzieren ja, mitbestimmen nein
„Warum Deutschland so hartnäckig den Fuß im Yasuní haben möchte, bringt Entwicklungsminister Gerd Müller auf den Punkt: „Wir werden Ecuador weiterhin dabei unterstützen, seinen Reichtum an natürlichen Ressourcen so zu nutzen, dass auch künftige Generationen davon profitieren können.“ Deutschland stelle Ecuador viel Wissen bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern zur Verfügung.“

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Deutsche Unternehmen / Verbände:

Urgewald: Deutsche Bank: Coal India nicht erneut unterstützen!
„Seit dem Börsengang des Konzerns 2010 unterstützt die Deutsche Bank den Konzern regelmäßig. Auf Nachfrage verweigert sie ein klares Bekenntnis gegen eine erneute Beteiligung. Dabei ist Coal India für heftige Umweltvergehen und Vertreibungen der indischen Landbevölkerung verantwortlich.“

Deutsche Welle: Grünes Licht für Lithium-Abbau in Bolivien
„Bolivien will mit deutscher Hilfe Lithium im großen Stil am Salzsee von Uyuni fördern - hier werden die weltweit größten Vorkommen vermutet. Das Thüringer Unternehmen K-Utec soll eine große Förderanlage planen, die Lithium-Karbonat für Elektroauto-Batterien liefern soll.“

AHK: Kompetenzzentrum für Bergbau und Rohstoffe der AHK Peru offiziell eröffnet

BDI: Hermes-Deckung für eine internationalisierte Exportwirtschaft
„Für die deutschen Exporteure aller Branchen und Größenordnungen sind deutsche Exportkreditgarantien, die sogenannten Hermes-Deckungen, eine wichtige Unterstützung für das tägliche Geschäft. Um in einer globalen Wirtschaft mit internationalen Wertschöpfungsketten und verschärfter Konkurrenz aus Schwellenländern wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Kriterien der Hermes-Deckung den sich verändernden internationalen Rahmenbedingungen besser angepasst und die Belange der Exportwirtschaft bei der Finanzmarktregulierung besser berücksichtigt werden.“

Bischof Dr. Jo Seoka: Rede auf der BASF- Aktionärsversammlung am 30. April 2015, Mannheim
„Die grundsätzliche Frage, die ich Ihnen stellen möchte und für deren konkrete Beantwortung, die ich dann den Arbeitern in Südafrika übermitteln werde, ich mich schon im Voraus bei den Vorstandsmitgliedern bedanken möchte- die grundsätzliche Frage lautet: Wie reagieren Sie auf diese Nachrichten, dass einer ihrer wohl wichtigsten Platinlieferanten für Morde mitverantwortlich ist, für die Verletzung von Menschenrechte und für unmenschliche Lebensbedingungen?“

Bench Marks Foundation: Marikana- Three years on and people are still shafted
„To date, nothing has really come from the Marikana Commission of Inquiry’s investigations into the events that took place from Saturday 11 August to Thursday 16 August 2012, which led to 44 deaths, 70 persons injured and more than 250 people being arrested, besides fingers that have been pointed and various recommendations made.” “(John Capel, Executive Director for the Bench Marks Foundation)

BusinessDay: Lonmin has broken law by dodging housing obligation
„There is no question that it has been important to search for truth and accountability for the events that took place on August 16 2012 and the days immediately preceding them. But one of the biggest failings of the Marikana Commission of Inquiry is that so little of its focus went to the context in which those events played out. “

Center for Applied Legal Studies Johannesburg: World Bank complaint against Lonmin
„The women of Marikana lodge complaint against World Bank’s investment in Lonmin. The complaint alleges that Lonmin failed to comply with the social and environmental conditions attached to the IFC’s investment and the IFC failed completely to enforce those conditions. It is clear from the evidence led at the Marikana Commission that Lonmin failed to meet many of its domestic legal obligations to ensure community development.“

Initiative Zink: Verzinkte Oberfläche und Zinkblech nach Cradle to Cradle zertifiziert
„Die dahinterstehende Idee: Verbrauchs- und Gebrauchsgüter so zu konzipieren und zu realisieren, dass eine 100-prozentige Rückgewinnung aller verwendeten Materialien möglich ist und einmal geschöpfte Werte für Mensch und Umwelt erhalten bleiben.“

WVM: WVM unterstützt neue IndustrieAllianz für fairen Handel
„China muss sich an die Spielregeln der WTO halten", fordert Erdle. "Zugleich braucht es weiterhin Handelsschutzinstrumente gegenüber subventionierten chinesischen Waren." So würden beispielsweise seit Anfang des Jahres Exportsteuerrabatte auf zehn Kupferprodukte gewährt."

Tagesschau: RWE-Vorgehen gegen Demonstranten "Unangemessen und absurd"
„„Ausgerechnet jener Konzern, der mit seinen Braunkohlebaggern seit Jahrzehnten nicht nur den Frieden einzelner Häuser, sondern ganzer Dörfer und Regionen stört, ja die Häuser sogar zerstört, ausgerechnet dieser RWE-Konzern beklagt sich nun über Hausfriedensbruch, weil einige hundert Demonstranten durch die von RWE-Baggern zerstörten Landschaften wandern.“ “ (Kommentar Jürgen Döschner, WDR)

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Europäische Rohstoffpolitik

businessinsider.com: From rats to yellow tomatoes: the new EU business model
„A Soviet-era rubbish dump in a swamp on the outskirts of Riga was once an obstacle to Latvia's European Union membership. Now, it's becoming a model of the resource use and waste management EU policymakers are striving to promote. “

Der Standard: EU will Kampf gegen Schmuggel mit Elektroschrott verstärken
„Die Europäische Union will den Kampf gegen den Schmuggel mit Elektroschrott verstärken und gegen die unsachgemäße Entsorgung der Abfälle vorgehen. Dazu begann am Donnerstag im französischen Lyon eine zweitägige Konferenz mit Akteuren aus allen betroffenen Bereichen, darunter Vertreter der Recyclingsysteme, Polizei und Grenzbehörden sowie Produzenten von Elektrogeräten und NGOs.“

OpenOil: UK- Fracking Map
„The UK government (August 2015) has awarded some licenses for fracking onshore and made recommendations for more, subject to the results of a public consultation on environmental considerations. “

Rosia Montana: The end of an affair! Gabriel to sue Romania over Rosia Montana via an ISDS case
„The company admitted yesterday in a press release that they have lost hope in ever mining Europe’s largest gold deposit. At the same time Gabriel Resources announced the submission of a Request for Arbitration at the World Bank's International Centre for Settlement of Investment Disputes. They demand compensation and a special settlement from the Romanian state for failing to harvest 314 tonnes of gold and 1,500 tonnes of silver, expropriating hundreds of local properties and leaving behind a waste lake containing cyanide – a toxic chemical used in the process of gold extraction. “

Freie-radios.net: Proteste gegen eine Goldmine in Griechenland
„Bei Protesten gegen eine Goldmine auf der Halbinsel Chalkidiki im Norden Griechenlands sind in der vergangenen Woche knapp 80 Demonstranten festgenommen worden. Rund 2000 Menschen demonstrierten gegen die Goldmine. Sie befürchten gravierende Umweltschäden durch den Goldabbau. Betrieben wird die Goldmine von einer Tochterfirma des kanadischen Unternehmens Eldorado Gold.“ (Audio- Beitrag)

SNL Metals and Mining Research: Massive gold reserves in Greece offer unique opportunity for Eldorado Gold
„It's no secret that economic turmoil and extreme uncertainty in Greece pose major threats to the global economy. Barring several setbacks and challenges, namely from Greece's left-wing government, Eldorado Gold Corp. offers great potential in the country, as it has given itself the ammunition to achieve success in the near future through its gold projects.“

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Sonstiges

amerika21: Kohle, Killer und Korruption
„Kurz nachdem amerika21 einen Beitrag über den kritischen Bericht der Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien (ask) und der kolumbianischen Organisation Pensamiento y Acción Social (Pas) "Shadow Report on the sustainibility of Glencores Operations in Colombia" veröffentlicht hatte, meldete sich der Schweizer Konzern, um "beide Seiten der Geschichte" zu beleuchten.“

Blickpunkt Lateinamerika: Proteste gegen Gold-Multi Barrick nach Blausäureunfall
„Nach ersten Berichten über einen Unfall mit einer blausäurehaltigen Lösung in einer Förderanlage des weltweit größten Gold-Bergbauunternehmens Barrick Gold nahe der Ortschaft Jáchal in der Provinz San Juan im Westen von Argentinien sind Anwohner der Kleinstadt für mehr Aufklärung und Sicherheitsvorkehrungen auf die Straße gegangen.“

Deutschlandfunk: Ressourcenkonflikt im indischen Western-Ghats-Gebirge
„"Wir haben versucht, innerhalb eines begrenzten Zeitrahmens eine möglichst umfassende, wissenschaftlich basierte Bestandsaufnahme der ökologischen Situation in den Western Ghats zu erarbeiten und den Menschen zugänglich zu machen. Wir wünschen uns, dass Dorfräte und -versammlungen auf der Grundlage unseres Berichts qualifizierte Entscheidungen über Nutzung und Erhaltung der natürlichen Ressourcen in der Umgebung der Dörfer beraten und beschließen." (Madhav Gadgil, Ökologie- Professor) “

Financial Times: Shell, BHP and GE to advise governments on climate change
„The oil group, Royal Dutch Shell, has teamed up with the McKinsey management consultancy and other large companies to advise governments on how to combat global warming without weakening their economies. “

Gold.de: Gold aus Kolumbien zu 80 Prozent aus illegalen Minen
„Nahezu 80 Prozent der gesamten Goldproduktion von Kolumbien kommt aus illegalen Goldminen. Jetzt hat die Regierung des südamerikanischen Landes dem gesetzlosen Treiben den Krieg erklärt. "Illegale Goldminen fügen uns größeren Schaden zu als alle anderen Feinde. Wenn wir vergleichen, was kriminelle Goldminen produzieren, dann ist es bei weitem mehr als das, was der Drogenhandel generiert" (J.M. Santos, Präsident von Kolumbien).“

heise.de: Letzter US-Förderer pleite: Der Hype um Seltene Erden ist vorbei
„Vor einigen Jahren erklärte der Finanzvertrieb Seltene Erden zum Investment der Stunde: Mit Zertifikaten und Fonds sollten Anleger vom Boom profitieren. Doch stattdessen brachen Nachfrage und Aktienkurse ein. Nun ist der letzte US-Förderer insolvent.“

mineweb.com: Glencore’s H1 profit tumbles 56% on commodity-price rout
„Glencore Plc, the commodity trader and miner battling a slump in raw-material prices, reported a 56 percent drop in first-half profit and cut the full-year earnings forecast for its trading division. “

Neues Deutschland: US-Kohleindustrie sieht schwarz
„Billiges Erdgas und Erneuerbare treiben Bergbauunternehmen die Pleite. Das US-Kohleunternehmen Alpha Natural Resources musste Insolvenz anmelden. Der Geschäftsführer sieht die gesamte Branche bedroht.“

PWYP: The foundation is shaking beneath Big Oil’s House of Cards
„Transparency advocates are fighting to prevent Big Oil from weakening Section 1504 of Dodd-Frank, the landmark oil, gas, and mining payment transparency provision.“

Radio Vatikan: Papst fordert Paradigmen-Wechsel bei Rohstoffhandel„In einem Schreiben an Kardinal Turkson hat Papst Franziskus einen Paradigmenwechsel im Rohstoffhandel gefordert. Der Papst betonte, alle Verantwortlichen für Bergbau und den Handel mit Rohstoffen müssten eine Haltung annehmen, die von Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und Zuverlässigkeit gegenüber anderen geprägt sei. Zu oft habe der Bergbau negative Auswirkungen auf Mensch und Natur: Ausbeutung, Menschenrechtsverletzungen oder die Verschmutzung des Wassers.“

Reuters: Striking Chilean copper miner shot dead during protest
„A Chilean mining contract worker was shot dead on Friday as a labor strike against state-owned copper company Codelco stretched into its fourth day, the union representing the workers said. “

Reuters: Smart phone ingredient found in plant extracts
„Yet although germanium is present in soil all over the world, it is difficult to extract, and most supplies currently come from China. Now scientists at Freiburg (sic!) University of Mining and Technology think they have found a revolutionary way to obtain it from their own soil - with a little help from the natural world. “

The Guardian: How developing countries are paying a high price for the global mineral boom
„Soaring worldwide demand for the minerals used in electronic devices such as smartphones and laptops has left a legacy of social conflict and human rights violations across Asia, Latin America and Africa. “

World Gold Council: Social and economic impacts of gold mining„Gold mining is a major economic driver for many countries across the world. Well-managed, transparent and accountable resource extraction can be a major contributor to economic growth due to the creation of employment and business opportunities for local people.

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Publikationen

AK Rohstoffe: Verantwortung entlang der Lieferkette im Rohstoffsektor!

Chatham House: The Resource Curse Revisited

Deep Sea Mining Campaign: Accountability Zero

ECCHR: Litigation (im)possible? Holding companies accountable for sexual and gender-based violence in the context of extractive industries

ejolt.org: Environmental Justice Atlas (aktualisiert)

Forum Umwelt & Entwicklung: Kreislaufwirtschaft- Ist Recycling eine Illusion?

Forum Umwelt & Entwicklung: Money for Nothing. Krise als Geschäftsmodell

Friedrich-Ebert-Stiftung: Die menschenrechtliche Sorgfaltspflicht von Unternehmen-Politische und rechtliche Gestaltungsansätze

Heinrich-Böll-Stiftung: Jenseits des Raubbaus- Lateinamerikanische Alternativen zum Extraktivismus

Heinrich-Böll-Stiftung: Reinventing Law for the Commons

INKOTA: Südlink zum Thema Ressourcengerechtigkeit

International People´s Conference on Mining 2015: Plenary Presentations and Workshop Resources

Klima-Allianz Deutschland: Kohlestrom und Tagebaue kontinuierlich zurückfahren

OECD Watch: OECD Watch response to the G7 Leaders’ Declaration of 8 June 2015

ÖFSE & DKA: Gläserner Bergbau? Transparenzinitiativen im extraktiven Sektor

Öko-Institut: Deutschland 2049- Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Rohstoffwirtschaft

Oxfam: Oil, gas, and mining company public positions on Free, Prior, and Informed Consent

pact: Unconflicted- Making conflict-free mining a reality in the DRC, Rwanda and Burundi

Partnership Africa Canada: In- region Cross- border Gold Flows vs Out- region Smuggling

Resolve: From Rights to Results

Sociedad Peruana de Derecho Ambiental: Las rutas del oro ilegal

University of Queensland: Designing Sustainablity Certification For Greater Impact: An analysis of the design characteristics of 15 sustainability certification schemes in the mining industry

Wuppertal-Institut: Assessing the need for critical minerals to shift the German energy system towards a high proportion of renewables

Wuppertal-Institut: Die Rohstoff-Expedition- Entdecke, was in (d)einem Handy steckt

Wuppertal-Institut: Resource-efficient conception of waste electrical and electronic equipment collection groups

Videos

Dokumentarfilm: „Bergbauorgie-Kolumbien: Landbevölkerung durch Kohleabbau bedroht“

Misereor: „Vom Erz zum Auto“

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Termine

09.-11.10 (Storkow): INKOTA- Herbsttagung. (Roh)Stoffwechsel ankurbeln! – Wege zu einer gerechten Ressourcenpolitik

10.10. (bundesweit): TTIP-Aktionstag

19.-27.10. (bundesweit): 2. Alternative Rohstoffwoche (AK Rohstoffe)

15.- 24.10. (Dresden): Umundu Festival

19.- 25.10. (Berlin): Filmreihe „Verbohrte Entwicklungen – Bergbau und extraktive Industrien in Lateinamerika“

19.10. (Berlin): Rohstoffkonflikte und die Verantwortung Deutschlands

19.10. (Münster): Filmvorführung „Dirty Gold War“ mit anschließendem Fachgespräch

20.10. (Dresden): Filmvorführung „Marmato“ mit anschließendem Gespräch

21.10. (Dresden): Ringvorlesung „Vision Ressourcengerechtigkeit: Prinzipien für eine zukunftsfähige Nutzung der Ressourcen unseres Planeten“

21.10. (Münster): Filmvorführung „Marmato“ mit anschließendem Gespräch

21.10. (Berlin): Diskussionsveranstaltung zu EITI – Transparenz im Rohstoffsektor in Deutschland und weltweit

22.10. (Berlin): Afrikas strahlendes Gold – Uranabbau und seine ver­hängnisvollen Folgen

26.10. (Köln): Fachtagung „Ressourcenkonflikte in Asien- Europa in der Verantwortung“

27.10. (Berlin): Tagung „Zugang zu Recht für Opfer von Menschen­rechtsverletzungen durch transnationale Konzerne“

24.10. (Hannover): attac- Wachstumskritische Tagung „Gutes Leben ohne Armut und Klimakollaps“

10. und 11.11 (Berlin): Internationale Rohstoffkonferenz des BMWi und der BGR

15.11. (Sachsen): Einsendeschluss Sukuma Award 2015 zum Thema „Eine bodenlose Frechheit“

24.11. (Santiago de Chile): 4. Sitzung des Deutsch-Chilenischen Forums für Bergbau und Rohstoffe


Impressum
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AK Rohstoffe ist ein Netzwerk von deutschen Nichtregierungsorganisationen, die sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz einsetzen. Seit 2008 trifft sich der AK Rohstoffe regelmäßig und diskutiert negative Auswirkungen des (metallischen und nichtmetallischen) Rohstoffabbaus in den Ländern des globalen Südens und Nordens sowie die politischen Trends, die diese bedingen. Seit dem 1. Mai 2013 existiert ein Koordinationsbüro in Berlin.
Herausgeber: Michael Reckordt; Kontakt: michael.reckordt@power-shift.de; 030 42805479
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AK Rohstoffe Newsletter #11/ Oktober 2015