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Februar 2015 / # 08

Rohstoffgerechtigkeit

Inhalt


AK ROHSTOFFE NEWSLETTER # 08

Liebe Leser/innen,

Herzlich Willkommen zum 8. Newsletter des AK Rohstoffe.

Wir haben dieses Mal erneut auf einen Schwerpunktartikel verzichtet. Das liegt vor allem daran, dass sich im Rohstoffbereich bei vielen Themen etwas getan hat. Die Konfliktmineralien-Regulierung der EU Kommission wird zur Zeit heftig im EU-Parlament debattiert. Immer mehr Politiker/innen sprechen sich für Änderungen des Kommissionsvorschlags aus. Auch die Debatte um Fracking in Deutschland wird weiterhin geführt, zum einen unter dem Gesichtspunkt der gefallenen Öl- und Gaspreise (vgl. Artikel zu BHP Billiton in den USA), zum anderen unter der zunehmenden Gegnerschaft zu den Entwürfen der Bundesregierung (vgl. Artikel zu Fracking in Schleswig-Holstein). Aber auch andere Themen haben wir aufgegriffen, sei es die diversen Diskussionen um Bergbau in Sachsen, Kohlekraftwerksexporte oder die Korruption in der Wirtschaft.

Wir hoffen, dass Sie / Ihr durch diesen Newsletter weitere neue Erkenntnisse erlangen könnt und wir freuen uns in Zukunft wie immer auf Hinweise zu Terminen, Publikationen oder Artikel.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Reckordt
(Koordination AK Rohstoffe)

Nachrichten

Deutsche Rohstoffpolitik

Heise: Fracking: Mehr Schatten als Licht

„"Keine mir bekannte, halbwegs seriöse wissenschaftliche Studie kommt zu dem Ergebnis, Fracking sei per se unverantwortlich", sagt Andreas Dahmke, Geologe an der Universität Kiel und Spezialist für Energiespeicherstätten unter Tage. Er fordert, die Risiken enger in Relation zu den tatsächlichen Unfällen zu setzen.“

Klimaretter.info: Länderklausel bei Fracking gefordert

„Der Gesetzentwurf der Bundesregierung kann Fracking nicht rechtssicher verhindern, meint der schleswig-holsteinische Umweltminister Robert Habeck. Er will das Fracking nach Gas und Öl in seinem Bundesland ganz verbieten. Dafür braucht er aber die Zustimmung des Bundes – eine verfahrene Situation.“

Klimaretter.info: Gabriel will Kraftwerksexport weiter fördern

„Kathrin Petz, Energieexpertin bei der Umweltorganisation Urgewald, nannte die Entscheidung "enttäuschend". Auf Druck der Industrie habe sich Wirtschaftsminister Gabriel gegen Umweltministerin Hendricks durchgesetzt.“

FAZ: Deutsche Kohlekraftwerke für die Welt

„Für die deutschen Hersteller von Großanlagen ist das ein Weihnachtsgeschenk: Die Bundesregierung unterstützt den Export von Kohlekraftwerken auch weiterhin. Dafür müssen die Anlagen festgelegte Mindeststandards für den Umweltschutz erreichen. Besser noch dürften die Kraftwerkshersteller indes finden, dass die Regierung diese Kriterien auch für die Vergabe von Bürgschaften im Rahmen des Industriestaatenclubs OECD verbindlich machen will.“

Blickpunkt Lateinamerika: Peru: Bergarbeiterstreik in größter Kupfermine

„Aus Peru werden größtenteils Kupfer und Gold exportiert. So auch nach Deutschland. […] Antamina halte immer weniger Abkommen ein und beachte viele vertraglich festgelegte Rechte der Arbeiter nicht mehr. Die Arbeiter ringen um ihre Jobs in gekürzten Arbeitsverhältnissen. Nur 60 Prozent der Arbeiter sind fest angestellt.“

Lausitzer Rundschau: Die Kupfersucher bohren weiter

„Die KGHM Kupfer AG in Weißwasser nimmt im März die nächste Bohrstelle bei Zentendorf in Betrieb. Die Konzernmutter KGHM Polska Miedz hat dafür zwei Millionen Euro bewilligt.“

Freie Presse: Berggeschrey bei Delitzsch verstummt

„Den Weltmarkt bei Seltenen Erden beherrscht seit vielen Jahren China. […] Die USA und Australien begannen, Lagerstätten zu erschließen - ähnlich wie es für Storkwitz geplant war. Laut BGR wurden weltweit 440 neue Vorkommen entdeckt, aus denen der gegenwärtige Bedarf noch 285 Jahre gedeckt werden könnte. Doch der sinkt, weil manche Technologien und Produkte inzwischen ohne Seltene Erden auskommen.“

BGR: Expedition im Indischen Ozean: BGR entdeckt neue Erzvorkommen in der Tiefsee

„Im Fokus standen weiterhin Untersuchungen der Umweltbedingungen, bei denen Sedimentationsraten und Strömungsverhältnisse am Meeresboden gemessen und Untersuchungen zu planktonischen Lebensformen sowie zur Biodiversität vorgenommen wurden. Dies ist eine zentrale Voraussetzung, um auf Grundlage des internationalen Seerechts künftig Rohstoffförderung betreiben zu können.“

BME / DERA: Kritische Rohstoffe im Visier der Einkäufer

„Die vorläufigen Studienergebnisse – die finale DERA-Rohstoffliste wird im nächsten Jahr präsentiert – zeigten die Dominanz Chinas sowohl als Bergbauland und Raffinadeproduzent als auch Nettoexporteur und Hersteller von Zwischenprodukten. "Das sollte den Westen allerdings nicht dazu verleiten, ein China-Bashing zu betreiben", stellte Buchholz klar. Die Volksrepublik sei dafür ein viel zu bedeutender Wirtschaftsfaktor und wichtiger Handelspartner. Er empfehle vielmehr, die Kooperation mit dem Reich der Mitte auszubauen, so Buchholz weiter.“

HZDR: EU investiert 410 Millionen Euro in europäische Rohstoffversorgung

„Grünes Licht für neues Rohstoffnetzwerk: Das Europäische Institut für Innovation und Technologie (EIT) hat am Dienstag, dem 9. Dezember, ein internationales Konsortium damit beauftragt, eine sogenannte Knowledge and Innovation Community (KIC) für den Rohstoffsektor aufzubauen. Die Koordination übernimmt das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). 410 Millionen Euro stehen in den kommenden sieben Jahren für den Aufbau zur Verfügung. […] Ziel ist es, die Versorgung der europäischen Industrie mit dringend benötigten Rohstoffen zu sichern.“

Deutsche Unternehmen / Verbände

BDI: Anforderungen an eine ganzheitliche und nachhaltige Rohstoffpolitik

„Notwendig ist eine ganzheitliche und nachhaltige Rohstoffpolitik, die die unterschiedlichen Interessen der Rohstoffsicherung beziehungsweise der Ressourcenschonung in einen angemessen Ausgleich bringt. Gleichermaßen wichtig ist der ständige Dialog mit der Zivilgesellschaft, um die Akzeptanz für die Rohstoffgewinnung zu stärken. Der BDI sucht darüber hinaus initiativ auch neue Wege zur Rohstoffsicherung und befasst sich frühzeitig mit den Chancen von Tiefseebergbau, unkonventionellem Erdgas oder der Erweiterung der Rohstoffpartnerschaften um das Thema Recycling.“ PDF: Anforderungen an eine ganzheitliche und nachhaltige Rohstoffpolitik

Recycling-Magazin: Alba begrüßt Wertstoffkonzept des BDI

„Nach den Vorstellungen der Wirtschaft soll das geplante Wertstoffgesetz durch die verstärkte Nutzung von Wertstoffen aus dem Abfall zu einer Stärkung der Kreislaufwirtschaft in Deutschland führen. Der Vorschlag: Erweiterung der bestehenden Produktverantwortung der Hersteller und Vertreiber von Verpackungen auch auf alle verkauften Waren, die aus Kunststoff und/oder Metall bestehen.“

Deutschlandfunk: Negativpreis des NABU – Exxon-Chef ist "Dinosaurier des Jahres"

„Exxon Mobil-Europachef Gernot Kalkoffen steht für einen Konzern, der trotz Klimawandel an der Förderung und Verbrennung fossiler Energieträger festhält. Statt Gelder in neue Märkte für energieeffiziente Dienstleistungen und den Ausbau erneuerbarer Energie zu investieren, setzt Exxon Mobil auf Erdgas mittels Fracking. Ein dinosaurierwürdiges Verhalten, meint NABU-Sprecherin Kathrin Klinkusch.“

Rohstoffallianz: […]: Absicherung industrieller Wertschöpfungsketten für rohstoffrelevante Zukunftstechnologien wird zusätzlicher Schwerpunkt

„Neben wegweisenden rohstoffrelevanten Anwendungen wie Batterie- und Nanotechnologie werden zukünftig auch industrielle Trends wie Leichtbau ein wichtiger Bestandteil der Rohstoffallianz-Arbeit. Damit können Anwendungs-spezifische Implikationen für Bedarfe und Kapazitäten sowie Potenziale für Forschung & Entwicklung aufgezeigt werden, um innerhalb der Wertschöpfungsketten gemeinsam vorhandenen Risiken entgegenwirken und auch bestehende Chancen besser nutzen zu können.“

Zeit: Chefs segnen Korruption oft ab

„Bestochen wird laut OECD häufig im Rohstoffgeschäft und beim Bau. Wenn Firmen Schmiergeld an ausländische Amtsträger zahlen, sei das Management meist involviert.“

WOZ: Wenn Erde auf Reisen geht

„Auf einer Cocktailparty hatte Tan Bun Teet dem deutschen Botschafter einmal einen Protestbrief überreicht. Dieser betraf die Kooperation zwischen Lynas und BASF. Kurz darauf soll der deutsche Chemiekonzern, der das angrenzende Gelände zu Lynas besitzt, die Partnerschaft mit den Australiern gestoppt haben.“

Europäische Rohstoffpolitik

Project Syndicate: Vernünftiger Umgang mit Konfliktmineralien

„Es gibt unter Konsumenten eine eindeutige Nachfrage nach Informationen, anhand derer sie sicher stellen können, dass sie durch ihre Käufe nicht an scheußlichen Misshandlungen beteiligt sind. Aber die Verantwortung dafür, den Welthandel wieder mit dem Schutz der grundlegenden Menschenrechte in Einklang zu bringen, liegt nicht in erster Linie bei den Konsumenten. Für Konfliktvorbeugung und den Schutz der Menschenrechte sind hauptsächlich die Staaten zuständig, und die Überzeugung wird immer stärker, dass auch die Unternehmen ihren Teil dazu beitragen müssen.“

Deutschlandfunk: Umstrittener Umgang Rohstoffe aus Konfliktgebieten

„PowerShift fordert, dass die Lieferkette vom Endprodukt bis zum Erzeuger der Rohstoffe zurückverfolgt werden muss - und zwar für die Unternehmen verpflichtend.“

EU Observer: Conflict minerals: EU can save lives and boost profits

“As a former business leader at the second biggest mining company in the world, I feel like I have no choice but to make sure that at this critical juncture, an industry voice is heard. Europe is a key player in the trade in minerals […]. But the world’s largest economy has no legislation in place to make sure this trade is not inadvertently funding conflicts, human rights abuses, and modern-day slavery.

TAZ: Gute Miene zu bösen Minen

Die Bundesregierung will keine Verschärfung des Kontrollsystems für sogenannte Konflikt-Rohstoffe. In der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion […] verteidigt das Wirtschaftsministerium den vorliegenden EU-Gesetzentwurf, der von den Grünen, aber auch von NGOs und Kirchen als zu lasch kritisiert wird.“

Neues Deutschland: Fast freie Fahrt für die Konzerne

Zu mehr als kosmetischen Änderungen war die EU bisher nicht bereit. Sie setzt in schlechtbewährter Manier auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Unternehmen. Eine eng begrenzte Zahl von Unternehmen kann künftig nach eigener Entscheidung ihre eingeführten Rohstoffe als »sauber« zertifizieren lassen.“

Joachim-Schuster.eu: Handel mit Rohstoffen aus Konfliktregionen verhindern

„Die einzige Lösung ist, dass alle Unternehmen, also nicht nur Importeure, gemäß der OECD-Leitlinien zur Sorgfaltspflicht nachweisen müssen, dass sie Rohstoffe handeln oder verarbeiten, die aus konfliktfreien Regionen und Minen stammen. Außerdem muss die Transparenz des Verfahrens für den Verbraucher gewährleistet sein.“

Ska-Keller.de: INTA Spotlight - The latest from the Committee on International Trade

„However, a voluntary approach is of little help and the example of the USA shows that a mandatory approach will bring about real change in areas of conflict. The Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) has issued guidance that sets out various levels of obligation for companies of varying size. In my opinion this guidance goes in precisely the right direction. Our aim is to have a directive that implements the OECD guidance.“

Umwelt-Dialog: Konfliktmineralien-Status umfassend dokumentieren

„„Es ist wahrscheinlich, dass die Europäische Kommission den Gesetzentwurf noch in einigen Punkten anpassen wird, bevor die Verordnung final verabschiedet wird“, sagt der Geschäftsführer von iPoint-systems, Jörg Walden. „[…] Doch wir verfolgen den Gesetzgebungsprozess in der EU aufmerksam und sind auf sämtliche Ausprägungen der geplanten Verordnung vorbereitet, um die iPCMP flexibel an die Bedürfnisse von Unternehmen anzupassen, die von neuen oder ähnlichen Regularien oder Richtlinien betroffen sind.““

Euractiv: Germany hopes to ‘beat China with CETA’ in race for raw materials

„The importance of the German government for Canada was also emphasised by Thomas Gäckle from the German Economic Affairs Ministry […]. Unfortunately, several countries created trade barriers in the past, leading to phases of interruptions in raw materials shipments, Gäckle commented. […] “We need reliable partners and a European trade policy based on closer cooperation with different mining regions,” the Economic Affairs Ministry representative said.”

Euractiv: CETA: "Mit dem Freihandelsabkommen EU-Gesetze neu aufrollen"

„Die Metallindustrie hat in den vergangenen Jahren eng mit den Europäischen Behörden zusammengearbeitet, um Kenntnisse über Wechselwirkungen unserer Rohstoffe mit Umwelt und Gesundheit zu sammeln. […] Jedoch werden vermehrt Rohstoffe in ihrer Verwendung eingeschränkt, ohne das von ihnen Risiken ausgehen […]. Ein Beispiel dafür ist das Zulassungsverfahren unter REACH. Dies führt zu einer massiven Schwächung der Europäischen Industrie und des Industriestandortes Deutschland.

Poonal: Bergbau in Kolumbien: Gefahren, Illegalität und Armut

„Vermutlich dient der illegale Bergbau als Mittel zur Geldwäsche krimineller Organisationen in Kolumbien. […] Auch die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC, die Nationale Befreiungsarmee ELN, paramilitärische Gruppen und neu entstehende kriminellen Banden, genannt Bacrim (Bandas criminales emergentes), scheinen zur Finanzierung ihrer Aktivitäten auf die illegale Förderung von Gold und Kohle zurück zu greifen.“

Klimaretter.info: EU-Parlament erlaubt Teersand-Importe

Von einem schwarzen Tag für den europäischen Klimaschutz und für die Verbraucherschutz-Standards bei zukünftigen Freihandelsabkommen sprach Matthias Groote, umweltpolitischer Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion im Europaparlament, im Interview mit dem Deutschlandfunk. Die EU-Politik habe die zeitgleichen Verhandlungen für das Ceta-Freihandelsabkommen mit Kanada nicht gefährden wollen und daher in "vorauseilendem Gehorsam" die Standards nach unten angeglichen.“

Forum Civique: RUMÄNIEN: Gold, Minister, Volk und Wahlen

„«Gemeinsam retten wir Rosia Montana! Nicht die Firma macht das Gesetz!» war unser gemeinsamer Aufschrei, als Premier Ponta (PSD) mit einem eigens auf die Interessen der Rosia Montana Gold Corporation (RMGC) zugeschnittenen Sondergesetz den fast 15 Jahre währenden Widerstand gegen das größte Goldtagebau-Projekt Europas brechen wollte.“

Rosiamontana.org: Gabriel Resources threatens Romania with arbitration over murky mine

„Gabriel Resources threatened to sue the Romanian government since September 2013 for up to $4-billion “for multiple breaches of investment treaties.” $4-billion is equivalent to 2% of the country’s annual GDP. Gabriel’s CEO, Jonathan Henry, […] warned that the government’s failure to approve the project would damage all of Romania.“

TAZ: Rückschlag für britische Frackels

„Die Fracking-Pläne der britischen Regierung liegen vorerst auf Eis. Am Montagabend scheiterte der Versuch, ein entsprechendes Gesetz im Eilverfahren durch das Unterhaus zu schleusen, weil eine Reihe von Tory-Abgeordneten angekündigt hatten, das Gesetz zu Fall zu bringen.“

Global Witness: UK passes tough new transparency law for oil, gas and mining companies

„The UK law makes it the first EU member state to fulfil its G8 commitment to quickly implement the EU Accounting Directive, which sets out requirements for EU extractive companies to publish these payments.”

Mining.com: New Greek govt. ‘absolutely against’ Eldorado Gold mine, shares dive

„The proposed mine has had locals divided since early 2011, when the Vancouver-based firm’s subsidiary Hellenic Gold received government approval to mine in the northern peninsula. Some claim the mine, owned 95% by Eldorado Gold, may hurt tourism and the environment, while others believe the operation is good news for Greece because it will generate new jobs and bring hundreds of millions into the struggling economy.“

Sonstiges

Faz: Warum China die seltenen Erden freigibt

„Da sich nun abzeichnet, dass es momentan kein lohnendes Geschäft ist, und auch keine großen Konkurrenten auf dem Markt unterwegs sind, kann China es sich leisten, die Exportquoten aufzugeben. Sollte sich eine Änderung abzeichnen, wird China bei den seltenen Erden sicherlich eine ähnliche Taktik wie Saudi-Arabien beim Öl fahren: Man würde den Markt überschwemmen, um weiter Monopolist zu bleiben.“

RTF.1: Wirtschaft jubelt- Mongolen leiden: Abbau seltener Erden gefährdet Gesundheit Einheimischer

„Die deutsche Wirtschaft juble zwar, für die Nomaden der Inneren Mongolei aber bedeute dies das Aus, weil sie massiv unter den Folgen des Bergbaus zu leiden hätten. Das berichtete der GfbV-Asienreferent Ulrich Delius am Donnerstag in Göttingen bei der Vorlage eines 25-seitigen Memorandums zu den Folgen des Bergbaus für die Nomaden in der Inneren Mongolei.“

NZZ: Druck auf Bergbaufirmen - Indonesien will mehr Wertschöpfung im Inland

„Hintergrund des Streits ist ein indonesisches Gesetz, das vorschreibt, dass ab 2014 ausländische Bergbaufirmen nur noch verarbeitete Rohstoffe ausführen dürfen. Mit der bereits 2009 erlassenen Vorschrift sollten die internationalen Konzerne zu zusätzlichen Investitionen und zu grösserer Wertschöpfung in den Bergbauregionen angehalten werden. Seit Jahresfrist gilt in Indonesien ein entsprechendes Ausfuhrverbot für Erze.“

Infostelle Peru: KLima-Reporteros: Fracking droht auch Lateinamerika

„„Fracking ist ein reines Experiment und dabei noch sehr gefährlich für die Umwelt und unsere Gesundheit. Aber man darf mit dem Leben nicht experimentieren!“, erklärt Ariel Perez von  der NGO AIDA aus Bolivien, eine der vielen lateinamerikanischen Organisationen, die gegen Fracking protestiert.“

Finanzen100.de: Größter Fracking-Investor der USA schließt 40 Prozent seiner Bohranlagen

„Die Ölförderer in den USA haben die Zahl ihrer aktiven Bohranlagen seit dem 5. Dezember um 209 verringert. Das war der größte Sechs-Wochen-Rückgang seit 1987. In der Woche zum 15. Januar sank die Zahl um 55 auf 1366, […].“

Umwelt Aktuell: Goldgräberstimmung im 21. Jahrhundert

„Eine Nutzung, die noch in den Kinderschuhen steckt, macht allerdings ganz besondere Sorgen: der Tiefseebergbau. Trotz massiver Bedenken von Umweltschützerinnen und -schützern ist auch in der EU das wirtschaftliche Interesse an den Bodenschätzen der Tiefsee groß und die Technologien für deren Abbau werden intensiv vorangetrieben.“

derStandard.at: Máxima Acuña und der Fluch des Goldes

„Ihr vier Hektar großer Grundbesitz wird allerdings für eine Erweiterung der 260 Quadratkilometer großen Yanacocha-Goldmine benötigt. Doch Máxima Acuña lehnte das Kaufangebot des US-Konzerns Newmont Mining rundweg ab. Die Antwort war ein "Besuch" vom Minenpersonal - gemeinsam mit Polizisten in Uniform. Es gab Morddrohungen, es wurde geprügelt, ihr Vieh wurde geschlachtet oder weggebracht.“ Taz.blog: Widerstandsheldin von Cajamarca, Máxima Chaupe, freigesprochen!

Schattenblick: PNG: Breiter Widerstand gegen Wiedereröffnung von Panguna-Kupfermine

„Als sich BCL 1989 weigerte, die geforderten Entschädigungen der Landeigentümer in Höhe von […] umgerechnet etwa 3,9 Milliarden Dollar zu zahlen, brach ein Bürgerkrieg zwischen revolutionären Kräften Bougainvilles und den Streitkräften von PNG aus. Die Folge war eine großflächige Zerstörung der Insel mit 20.000 Toten.“

derStandard.at: Shell entschädigt Dorfbewohner in Nigeria für Ölverschmutzung

„Der Ölkonzern Shell zahlt Fischern und Bauern im Nigerdelta eine Entschädigung von rund 70 Millionen Euro. Der britisch-niederländische Konzern und die Anwälte von mehr als 15.000 nigerianischen Dorfbewohnern legten damit außergerichtlich den Streit über die Folgen von zwei Ölkatastrophen im Jahr 2008 bei, wie beide Seiten am Mittwoch in London mitteilten.“

TAZ: Das Leben mit der schwarzen Pest

„Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) geht nach einer von ihr in Auftrag gegeben Studie davon aus, dass in dieser Zeit täglich zwischen 1.440 und 4.320 Barrel Öl ausgelaufen sind. Insgesamt sollen es mehr als 100.000 Barrel gewesen sein, also umgerechnet 15.900.000 Liter.“

Publikationen

AK Rohstoffe: Für eine wirksame EU-Gesetzgebung zu Konfliktrohstoffen

Asienhaus: Chinas Rohstoffhunger

BGR: Deutschland Rohstoffsituation 2013

CEE Bankwatch und Somo: When the dust settles - Impacts of the Tayan Nuur iron ore mine on nomadic herders' lives in the Gobi Altai mountains of Mongolia

KASA: Zeit zu Umdenken: Rohstoffe im Südlichen Afrika. Der natürliche Reichtum der Region muss endlich der Bevölkerung zugutekommen

KfW: Recycling in Deutschland – Status quo, Potenziale, Hemmnisse und Lösungsansätze

Partnership Africa Canada: All that Glitters is Not Gold: Dubai, Congo and the illicit trade of Conflict Minerals

RLS: Ohne Rücksicht auf Verluste – Uranabbau in Tansania: Das neoliberale Entwicklungsregime forciert «resource grabbing»

Sächsisches Oberbergamt: Der Bergbau in Sachsen

Südwind Institut: Partnerschaft auf Augenhöhe? Die Rolle Chinas in Afrika

SWP: Ressourcen, Regierungen und Rechte. Die Debatte um den Bergbau in Lateinamerika

Wuppertal Institut: Suffizienz als politische Praxis : ein Katalog

Termine

21.03.2015 Tagung (Köln): Asientag in Köln mit Workshop zu Rohstoffen (Asienhaus)

18.04.2015 Podiumsdiskussion (Dresden): Rohstoffe und Elektromobilität (Inkota und AYNI e.V.)


Impressum

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AK Rohstoffe ist ein Netzwerk von deutschen Nichtregierungsorganisationen, die sich für Menschenrechte, soziale Standards und Umweltschutz einsetzen. Seit 2008 trifft sich der AK Rohstoffe regelmäßig und diskutiert negative Auswirkungen des (metallischen und nichtmetallischen) Rohstoffabbaus in den Ländern des globalen Südens und Nordens sowie die politischen Trends, die diese bedingen. Seit dem 1. Mai 2013 existiert ein Koordinationsbüro in Berlin.

Herausgeber: Michael Reckordt; Kontakt: michael.reckordt@power-shift.de; 030 42805479

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AK Rohstoffe Newsletter #8 / Februar 2015